Skip to main content
Art

Ausstellung - Zyklus Heerdt

Heerdt & Höhenmeter – Frühwerke zwischen Asphalt und Pulverschnee. Eine Rückschau auf meine Fotoausstellung in Düsseldorf-Heerdt mit Arbeiten aus den Anfängen meiner Skateboardfotografie und selten gezeigten Snowboardmomenten aus St. Anton am Arlberg.

Im April 2025 war eine Auswahl dieser frühen Arbeiten im Kulturhafen Heerdt zu sehen – im Rahmen einer gemeinsamen Ausstellung mit dem Fotografen Tarek Hansen. Die Galerie befindet sich im Düsseldorfer Stadtteil Heerdt, der für mich einen besonderen Stellenwert hat: Etwa 2006 begann dort meine Auseinandersetzung mit der Skateboardfotografie. Ich selbst lebte damals in Flingern, aber in Heerdt war ich häufig unterwegs – auch weil dort Mirko Suzuki wohnte, mit dem ich viele Sessions fotografisch begleitete.

Heerdt befand sich zu dieser Zeit im städtebaulichen Umbruch, mit viel ungenutztem Raum, Brachflächen und teils industriell geprägter Infrastruktur. Genau dieser Zustand eröffnete eine Vielzahl an Skatespots – oft rau, improvisiert, aber voller Charakter. Die Skatehalle auf dem Areal Böhler wurde dabei zu einem zentralen Ort, der nicht nur kreativen Spielraum bot, sondern auch die Szene aus ganz NRW zusammenführte.

Die Ausstellung präsentierte diese beiden fotografischen Kapitel – Skate und Snow – in einem spannungsvollen Dialog: urbane Bewegung auf Beton trifft auf alpine Dynamik im Tiefschnee. Der Kontrast machte deutlich, wie unterschiedlich, aber auch wie verwandt sich diese Bildwelten gegenüberstehen – vereint durch einen dokumentarischen Blick, eine Nähe zur Szene und eine fotografische Handschrift, die stark von situativem Gespür lebt.

Die Skatebilder aus dem Zyklus Heerdt entstanden in einer frühen Schaffensphase. Der Stadtteil war nicht nur geografischer Ausgangspunkt, sondern auch sozialer Knotenpunkt einer aktiven und gut vernetzten Skate-Community. Viele der gezeigten Aufnahmen entstanden in enger Zusammenarbeit mit Mirko Suzuki, der nicht nur als Skater, sondern auch als enger Wegbegleiter diese Zeit prägte.

Die Snowboardbilder aus St. Anton am Arlberg hingegen spiegeln eine andere Intensität wider – geprägt von langen Wintern, klarer Bergluft und einer Art konzentrierter Freiheit. Die Aufnahmen entstanden in enger Zusammenarbeit mit Locals, die tief in der Szene verwurzelt waren und nicht selten an internationalen Snowboardfilmproduktionen mitwirkten. Viele von ihnen arbeiteten als Guides für professionelle Snowboardfahrer aus aller Welt. Die Fotos dokumentieren dabei nicht nur sportliche Momente, sondern erzählen auch von einer persönlichen Reise: dem Wunsch, eigene Projekte zu verwirklichen, und dem guten Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Ein persönliches Highlight der Ausstellung war für mich eine Fotografie, die auf einer originalen Bodenplatte der Skatehalle gedruckt war – 160 x 125 cm groß, mit all ihren Kratzern, Spuren und Geschichten. Der Druck vereinte Bild und Material auf besondere Weise und schlug eine direkte Brücke zu jener Zeit, in der vieles begann. Bereits 2014 war diese Arbeit Teil einer Ausstellung – umso schöner, sie nun in diesem neuen Kontext erneut zeigen zu können.

Die Ausstellung war somit mehr als eine Werkschau – sie war ein Rückblick auf eine prägende Zeit, in der Fotografie nicht nur Medium, sondern auch Lebensform war.